Volkswagen Web 2.0 im Unternehmen/Wiki in der Projektarbeit
Aus Wiki4enterprise
12.01.2010 von Elisabeth Wagner, freie Journalistin in München
Neue Ideen visuell erlebbar zu machen, ist die Aufgabe eines Expertenteams bei Volkswagen. Seine computeranimierten Filme bilden oft den Höhepunkt von Produktpräsentationen.
Motiviert durch den Siegeszug von Wikipedia wurde im Rahmen einer Vorentwicklungsarbeit im VW-Visualisierungsteam ein Wiki eingerichtet. Bis dahin steckte dieses Wissen nur in den Köpfen der Mitarbeiter. Anfang 2008 entschlossen sich die niedersächsischen Autobauer, das Potenzial der Wiki-Methode im Visualisierungsumfeld konsequent zu nutzen. Dabei ging es zunächst um die Systematisierung und Wiederverwendung der verschiedenen Komponenten. Ziel war es, bereits einmal aufbereitetes und eingesetztes virtuelles Material, sogenannte Shader, einfach wiederzufinden und damit ihre Wiederverwendung zu ermöglichen. Diese neue Arbeitsweise sollte gleich mit einem Enterprise Wiki eingeführt werden, da dies die kollektive Zusammenarbeit optimal unterstützt. Als Partner hierfür engagierte VW die Twoonix Software GmbH, die sich auf Standardsoftware für Unternehmen spezialisiert hat.
Bei der Evaluation der technischen Alternativen, darunter Datenbanken, Fileserver und andere Groupware-Lösungen, ging das Wiki als klarer Sieger hervor. Entscheidend war vor allem die Möglichkeit, neue Anforderungen schnell und ohne neuen Programmieraufwand umzusetzen. Die Wolfsburger Autobauer schätzten vor allem einige Funktionalitäten und Erweiterungen des Wikis wie:
- eine aufgabenorientierte Oberfläche mit übersichtlicher Gestaltung und ansprechendem Design;
- ein Konzept für eine strukturierte Ablage von Arbeitsinhalten in Themeninseln;
- Vorlagen zum Anlegen von Projekten, Lösungsschritten und Expertenprofilen;
- Projekt-Übersichtsseiten mit vielfältigen Kategorisierungs- und Suchmöglichkeiten sowie
- Einstiegs- und Hilfeinformationen für alle wesentlichen Aktivitäten, gestaltet als FAQs.
Durch diese Arbeiten wurde das Wiki Schritt für Schritt zum professionellen, themenbezogenen Arbeitsmedium. Eine Benutzerbefragung zeigte, dass die Mitarbeiter damit gut zurecht kamen. Zum Projektende im Januar 2009 dokumentierten, steuerten und publizierten sie alle Projekte aktiv in diesem Wiki.
Bei Wikis gilt die "Nielsen-" oder "90-9-1-Regel". Sie besagt in etwa, dass 90 Prozent der Nutzer eines Wikis Leser, neun Prozent Schreiber, die also Informationen einstellen, und ein Prozent Strukturierer sind. Zum Vergleich dazu liegen die Prozentanteile im VW-Visualisierung-Team bei zehn Prozent Leser, 85 Prozent Schreiber, die Ihre Projekte bearbeiten, und fünf Prozent Strukturierer.
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"Dieses Wiki mit den angepassten und geprüften Extensions", so Berater Martin Bregulla, "lässt sich jederzeit auf andere Teams übertragen". Allerdings seien bei der Konzeption eines Wiki-Einsatzes die speziellen Erwartungen und Anforderungen der jeweiligen Gruppe zu berücksichtigen. Grundsätzlich sollten sich Unternehmen auf einen Wiki-Standard festlegen, um die Vorteile der Zusammenarbeit 2.0 aus Unternehmen, Hochschulen und IT-Anbieter unmittelbar zu nutzen.




